
Polizei stürmt Saunaclub
Leverkusen – Am Donnerstag Abend stürmten mehrere hundert Einsatzkräfte der Polizei einen Saunaclub in Leverkusen, um zwei mutmaßliche Beteiligte der Auseinandersetzung in Mönchengladbach festzunehmen.
Wie die Rheinische Post berichtet, wurden unter Leitung der Mordkommission "Kutte" zeitgleich auch mehrere Privatwohnungen in Köln, Duisburg und Leverkusen durchsucht. Im Saunaclub, dem Zentrum der Razzia, wurden Beweismittel sicher gestellt, Festnahmen erfolgten jedoch keine. Auch ob es sich bei den Gesuchten tatsächlich um Angehörige von Rockerclubs handelt, konnte nicht festgestellt werden.
Dennoch titeln viele Zeitschriften heute Morgen mit "Razzia im Bandidos-Bordell" oder ähnlich. Darunter zum Beispiel die Frankfurter Rundschau und der Express.
Hier die beiden offiziellen Pressemitteilungen der Polizei zum Thema:
POL-MG: Polizei durchsucht Bordell und Wohnungen von Tatverdächtigen nach Rockerauseinandersetzung in Mönchengladbach
Mönchengladbach/Leverkusen/Köln/Duisburg (ots) - Soeben drangen Spezialeinsatzkräfte der Polizei in ein Bordell in Leverkusen auf der Porsche Straße sowie in drei Privatwohnungen in Köln, Duisburg und Leverkusen ein. Zwei Männer aus dem Kreis der Bandidos stehen im Verdacht, am 21.01.2012 an einem versuchten Tötungsdelikt in Mönchengladbach beteiligt gewesen zu sein. Auf sie beziehen sich die heutigen Durchsuchungsmaßnahmen.
Die Polizei hat auf der Porsche Straße in Leverkusen eine Presseanlaufstelle eingerichtet. Informationen hierzu unter Tel. 02161 - 292020.
Rückfragen bitte an: Polizei Mönchengladbach Pressestelle
POL-MG: Gemeinsame Erklärung Staatsanwaltschaft Mönchengladbach und Polizei Mönchengladbach zu den Durchsuchungen
Mönchengladbach/Leverkusen/Duisburg/Köln (ots) - Als Folge der Auseinandersetzungen zwischen Rockern am 21.01.2012 in der Mönchengladbacher Altstadt, an der insgesamt ca. 100 Personen beteiligt waren, wurden zwei Person lebensgefährlich verletzt, zwei weitere Personen erlitten Stich- bzw. Schnittverletzungen. Die Staatsanwaltschaft hat daher ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes eines versuchten Tötungsdeliktes eingeleitet.
Nach Auswertung des aufgezeichneten Videomaterials richtet sich ein Tatverdacht gegen zwei Personen, die dem erweiterten Kreis der Bandidos zugerechnet werden. Beide Personen konnten identifiziert werden.
Es handelt sich um den 37Jahre alten Tunesier Brahim Z., einem Betreiber eines Bordells in Leverkusen und um den 23 Jahre alten Deutschen Ramin Y., der zeitweise in Leverkusen und in Duisburg wohnt.
Die Polizei Mönchengladbach vollstreckte heute mit der Unterstützung anderer Polizeibehörden Durchsuchungsbeschlüsse für insgesamt vier Objekte. Es handelt sich um das genannte Bordell in der Porschestraße in Leverkusen und um je eine Wohnung in Duisburg, Leverkusen und Köln.
Ziel der Maßnahme ist das Auffinden von Beweismitteln.
Nach Auswertung der Videobeobachtung vom 21.01.2012 ist von einem hohen Gewaltpotential aller an der Auseinandersetzung beteiligter Personen auszugehen. Außerdem waren nahezu alle Beteiligten bewaffnet (Baseballschläger, Schlagringe, Stahlruten und Messer). Aus diesem Grund drangen heute Spezialeinsatzkräfte der Polizei zeitgleich in die vier Objekte ein.
Im Ergebnis machten die ersten Ermittlungen deutlich, dass weder Tatverdächtige noch betroffene Opfer aus dem Kreis der beteiligten Gruppierungen bereit sind, Aussagen bei der Polizei zu machen. Polizei und Staatsanwaltschaft können daher Rückschlüsse aus den Geschehensabläufen nur aufgrund objektiver Tatsachen treffen. Die Videobeobachtung in der Mönchengladbacher Altstadt spielt hierbei eine bedeutende Rolle.
Die Durchsuchungen dauern noch an. In dem Bordell in der Porschestraße fand die Polizei eine Vielzahl von Hieb- und Stichwaffen.
Mit einem abschließenden Ergebnis der heutigen Durchsuchungsmaßnahmen ist erst nach Auswertung aller gewonnenen Erkenntnisse in den nächsten Tagen zu rechnen.
Rückfragen bitte an: Polizei Mönchengladbach Pressestelle
© RIDE FREE - 10.02.2012
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